Untersuchung von Kunstwerken |
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Die Anwendung von Röntgenstrahlen in der Kunst erlauben Aussagen über die Herstellungstechnik, die Herkunft und das Alter von Objekten. So ist eine Überprüfung der Echtheit möglich. Da es nicht möglich ist, von wertvollen Kunstgegenständen Materialproben zu entnehmen, bietet sich das Röntgenverfahren als zerstörungsfreie Prüfung an. Zusätzlich werden oft auch andere Methoden angewandt. Bereits zwei Jahre nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen wurde bei der Untersuchung eines Gemäldes, dessen Herkunft nicht geklärt war, ein Röntgenbild angefertigt. Darauf waren eindeutig die Signatur des betreffenden Künstlers und eine Jahreszahl zu sehen. Aus verschiedenen Gründen sind Gemälde oft übermalt worden. Bei der Röntgenuntersuchung wird dies sichtbar. Beim kaiserlichen Patentamt wurde von einem Arzt namens Faber ein Patent für ein Verfahren zur Feststellung von Übermalungen bei Ölgemälden beantragt. Das Patent wurde 1916 erteilt. Als Konsequenz wurde daraufhin, wohl aus Angst vor unvorhersehbaren Enthüllungen, in namhaften Gemäldesammlungen in Deutschland das Betreiben von Röntgenanlagen untersagt. Es vergingen viele Jahre, bis das Röntgenverfahren nicht nur im Ausland allgemein angewendet wurde. |
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Als Beispiel einer Untersuchung eines Kunstwerkes sind im Museum Röntgenaufnahmen von der Holzskulptur eines französischen Künstlers aus dem 13. Jahrhundert ausgestellt. In den Röntgenbildern der Madonna sind kleine Nägel zu sehen, aus deren Lage Kunsthistoriker erkannten, daß die Figur ursprünglich mit einer Goldfolie überzogen war. Sie wurde später entfernt und das Holz ist übermalt worden. Unregelmäßigkeiten im Verlauf der Holzmaserung weisen auf Restaurierungen hin. Der große deutlich zu erkennende Haken in Brusthöhe der Figur diente zur Befestigung. Wie alle größeren Skulpturen aus Holz ist die Madonna innen hohl. Das Röntgenbild läßt dies ebenfalls erkennen. |
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Kunsthistorische Untersuchungen alter Gemälde
dienen nicht nur dazu, den Erhaltungszustand festzustellen, sondern
auch die Frage nach Echtheit oder Fälschung zu klären. Die Röntgenaufnahmen
lassen die persönliche Handschrift und die Maltechnik des Künstlers
erkennen. Auch ist seine Technik oft von der seiner Schüler zu
unterscheiden. Ein typisches Beispiel ist die im Museum ausgestellte Rembrandt-Kopie. |
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![]() Das Original hängt in London in der National Gallery. |
![]() Das hier abgebildete Röntgenbild wurde vom Original in London angefertigt. |
![]() Dieses Röntgenbild ist von unserer Kopie. |
| Eine Auswertung der beiden Bilder ergibt beim Original einen Aufbau von der Tiefe zur Oberfläche. Die Aufnahme läßt die plastische Anlage, wie sie vom Grund her entwickelt ist, erkennen. Bei der Kopie sind nur wichtige Stellen fixiert und die Bildhelligkeit ist von oben her aufgetragen. Licht- und Schattenpartien sind direkt nebeneinander gesetzt. Die beim Londoner Gemälde verwendete Technik entspricht der von Rembrandt, die der Kopie ist eine andere. Die Kopie unbekannter Herkunft war 1749 in den Besitz des Landgrafen von Hessen gelangt und wurde dort als Rembrandt geführt. |
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Die normale Röntgendurchstrahlung ist heute ein unentbehrliches Routineverfahren bei kulturhistorischen Forschungen geworden. Aber auch im kriminologischen Bereich, wenn es um Betrug und Nachweis von Fälschungen geht, ist der Einsatz der Röntgentechnik nicht mehr wegzudenken. Auch hier wird heute, analog zur medizinischen Diagnostik, für weitergehende Untersuchungen die Computer-Tomographie eingesetzt. Wie in der Medizin bewegt sich die Röntgenröhre kreisförmig um das Objekt und es werden Schichtaufnahmen hergestellt. Die Anwendung dieses Verfahrens bei großen Holzskulpturen erlaubt sogar die Altersbestimmung ihres Holzes. Somit läßt sich das Jahr der Herstellung des Kunstwerkes ermitteln. Diese Methode der Altersbestimmung ist übrigens auch schon bei lebenden Bäumen durchgeführt worden. |
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